Tagebuch

Pfingstferienschnipsel

Die ersten drei Tage haben wir vor allem geschlafen, gelesen und gekuschelt. War dringend notwendig. Und endlich habe ich mal wieder Zeit und Lust gefunden, die Haare zu flechten, statt sie einfach irgendwie hochzustecken.

Nach drei Tagen waren die vorhandenen und mitgebrachten Bücher alle und wir mussten zur Stadtbibliothek, Nachschub holen. Unser Highlight: “Die Mütter-Mafia” von Kerstin Gier, wunderbar lästerlich :). Die Musik der Woche war “Nomvula” von Freshlyground, entdeckt bei DüneSieben: Südafrikanische Musik. Im sehr schönen Kino Traumstern waren wir auch noch, haben uns den Film Shoppen angesehen und diesen für vergnüglich und zu schnell vorbei befunden. Anschliessend gab es noch einen ebenso schönen abendlichen Bummel mit Eis durch die Fachwerk-Altstadt von Lich.

Der Giessener Stadtverkehr ist nix für mich Landei. Trotzdem sind wir bei herrlichem Wetter viel Fahrrad gefahren, sind ein bisschen spaziert und haben bei einem gemütliches Picknick im Schwanenteich-Park den Schäfchenwolken und den Skatern in der Halfpipe zugeschaut. Dabei musste ich dann leider feststellen, dass die guten Outdoor-Sandalen nicht ewig halten. Und die aktuelle Kollektion hat statt rot-orange nur rosa-rot im Angebot. Meine Füsse sehen daher jetzt etwas, ähmja, komisch aus 8).

Beim Stadtbummel haben wir auch in den liebevoll und originell eingerichteten Laden der Gewandschneider von Avalon hereingeschaut. Und ein echt mittelalterliches Gewand auf dem ritterlichen Laufsteg probegetragen. Davon gibt es aber leider keine Fotos. Mitgekommen ist dann nur eine nicht-authentisch-mittelalterliche Bluse.


(Foto: microbug)

Kulinarisches: Wir haben wieder einen sehr leckeren Brotaufstrich entdeckt: Feine Pastete “Gegrillte Paprika”. Passt sowohl zu Vollkorntoast als auch zu Brot, besonders nett macht sich ein kleines Stück orange Paprika dazu. Beim Picknick im Park gab es eine leckeren Salat so ähnlich wie bei Sommeressen: Sesamnudeln mit Hähnchen (Änderungen: kein Knoblauch, dafür zwei kleine Möhren und ein Stück Salatgurke grob geraspelt und ein Viertel einer orangen Paprika in kleinen Stücken dazugegeben. Die Frühlingszwiebeln haben wir mit dem Hühnchenfilet angebraten, und dieses zusätzlich noch mit Ingwer, Chili und Kreuzkümmel gewürzt). Und dann noch zum erste Mal Gulasch gekocht (mit weniger Wein und Fleisch, dafür mehr Gemüsebrühe als im Rezept angeben). Dazu Farfalle und bunten Salat, yummie! Daneben durfte ich dann auch noch nach Herzenslust in leckerem Fastfood und kleinen bunten Schokodingers schwelgen :).

Schwimmen war ich natürlich auch, diesmal im als “Für sportliche Schwimmer” angekündigten Westbad. Der erste Eindruck ist dann auch sehr positiv, und die Giessener scheinen gerne zu Schwimmen, auch abends bei schönem Wetter war das Bad noch gut gefüllt. Aber: Das Wasser hat gruselige 29.6 Grad. Und laut der Bademeisterin ist es einigen Badegästen damit immer noch zu kalt… Mir war es jedenfalls zu heiss, und meine Haut hat sich auch nicht gerade über die austrocknende Wirkung gefreut. Immerhin gab es dann einen abgesperrten Bereich für Kreisschwimmer. Allerdings in einer eigenwilligen Variante: es wird über zwei Bahnen hinweg und verkehrt herum gekreiselt. Ich hab einige Zeit gebraucht, um mich von dem Anblick wieder zu erholen :). Ebenfalls unschön: man muss bereits eine halbe Stunde vor der Schliesszeit das Wasser verlassen.

Und dann war da natürlich noch die Hochzeit, zu der wir eingeladen waren. Trotz des heftigen Regengusses auf der Hinfahrt war es dann ein sehr schönes Fest im Grünen bei viel Sonnenschein, mit einer entzückenden Braut und einem freudestrahlenden Bräutigam. Mit der schicken Kamera von Kerl und meinem Lieblingsobjektiv dran habe ich dann auch mal wieder richtig fotografiert :).



(dass die “DJ-Crew” ziemlich fürchterlich war, mir eine andere Tänzerin ihren spitzen Absatz in den Fuss gerammt hat und ich zudem noch ein paar Erkältungsbazillen von der Feier mit nach Hause geschleppt habe, hat der schönen Woche zum Glück wenig Abbruch getan)

Maisonntag

Es ist endlich Frühling. Und da mein Vater dieses Wochenende zu Besuch war, gab es einen ausgiebigen Spaziergang vorbei an plätschernden Bächen, brummenden Treckern und gelbblühenden Feldern.

Abends haben wir dann zudem noch etwas Kultur genossen (mein Vater wäre nicht mein Vater, wenn er da nicht noch etwas gefunden hätte) - im Rahmen der Solothurner Literaturtage wurde der Dokumentarfilm “Max Frisch, Citoyen” gezeigt, der, bis auf die manchmal sehr störenden Schnitte, sogar mir Kulturbanausin gefallen hat. Der Film folgt chronologisch der Lebensgeschichte von Max Frisch, die eng mit der Zeitgeschichte der Schweiz und auch Deutschlands verknüpft ist, und hat uns Zuschauer an den spannenden letzten Jahrzehnten und am Leben des Mannes hinter “Homo Faber” teilhaben lassen.

(ich mag Mai :)

Luxus

…ist, erst genüsslich leckere Farfalle mit Mascarpone und grünem Spargel und danach Erdbeer-Knusper-Schokolade zu verspeisen. Und dazu herrlicher Sonnenschein, hach :).

Ostern 2008

Irgendwie sieht es noch so gar nicht nach Ostern und Frühling aus, wenn man aus dem Fenster guckt…

La Tört

Aus der schlecker-lecker Orangen-Ricotta-Tarte kann man mit Hilfe von einigen Himbeeren und Schokoladenröllchen wunderbar eine Geburtstagstorte machen. Aber auch sonst ist sie sehr lecker und der Kerl kann gar nicht genug davon bekommen :).


(Foto: microbug)

Hier hat es ausserdem noch vier weitere neue Rezepte: Blätterteigschneckchen, Karamellisierte Möhren mit Reis und Huhn, Möhren-Kokos-Suppe und Fakir-Pfanne.

Mit dem Tandem um den Bielersee

Wenn verrückte Ideen in die Tat umgesetzt werden, kann das anstrengend werden :). In diesem Fall gab es einen Überraschungsausflug für den Kerl - mit dem Zug nach Biel, ein Stück zum See laufen, und dort dann, tada, ein gemietetes Tandem abholen. Damit sind wir dann einmal um den See herum gefahren. Und haben festgestellt, dass Tandemfahren gar nicht so einfach ist, schon gar nicht, wenn es sich um ein etwas wackliges Exemplar handelt.

Aber mit Kerl voraus und Picknickkorb hintendran ging es dann doch, irgendwie. Erst auf und ab entlang schön grüner Seewege, vorbei an einer tosenden Schleuse, an Weinbergen und durch lauschige Dörfer, dann schliesslich nicht mehr ganz so idyllisch entlang der Bahnlinie. Unterwegs gab es die eine oder andere gemütliche Picknickpause, und irgendwann waren wir dann einmal um den See herum. Am See gab es dann noch schöne Abendsonne und leckeres Eis, bevor es wieder nach Hause ging. Hinternweh hatten wir dann allerdings zwei Tage später noch :).