Tagebuch

Unterwegs auf der Senda Sursilvana

Corona heißt hier auch: Mich plötzlich auf einer Wanderung wiederfinden, für die bisher nie Raum und Zeit war, Orte sehen, von denen ich dachte, dass ich nie hinkommen werde, und mich trauen, so etwas überhaupt zu machen.

Im August war ich zweimal im Berner Oberland und mochte das Wandern mit Rucksack, Wanderstöcken und viel Aussicht. Dann waren im September noch Ferientage übrig und alle Laufanlässe für dieses Jahr abgesagt, auf Instagram wurde mir schon seit Wochen immer wieder verlockende Werbung für Wanderferien in der Schweiz gezeigt, und so wurde ein spontaner Wanderbeschluss gefasst – es sollte das erste Mal auf eine Weitwanderung gehen, mehrere Tage nur mit Rucksack unterwegs.

Sehr schnell fiel die Wahl auf die Senda Sursilvana: sie führt von Chur nach Andermatt, es geht über 120 Kilometer in fünf Etappen, mit 5500 m Aufstieg und 4600 m Abstieg. Naja, noch ein bisschen mehr, wenn man den Abschweifungen zu Hängebrücke, Seen, Kapelle, Aussicht nicht widerstehen kann. Anspruchsvoll, sehr abwechslungsreich, nur manchmal ein bisschen doof und insgesamt grandios. Für mich kam dann noch die gute Erreichbarkeit durch Bahn und Postauto dazu – im Fall der Fälle wäre ich von überall gut wieder nach Hause gekommen -, und auch Hotels und Co. gibt es auf der Strecke genügend. Ausserdem klangt die Beschreibung der Strecke so, als wäre sie auch für Höhenangsthasen und bergunerfahrene Wanderinnen wie mich machbar.

Man kann die Wanderung auch etwas geruhsamer angehen und das Stück Oberalpsee-Andermatt auslassen sowie die Etappe Breil/Brigels–Laax auf zwei Tage verteilen, aber ich bin der Versuchung erlegen und will die gesamte Strecke in fünf Tagen zurücklegen. Das wird viel und anstrengend, ist aber auch die Herausforderung, die ich wollte. Eine Woche lang hüpfe ich vorfreudig umher, dann geht es Mitte September 2020 los. Der Wetterbericht sieht gut aus, die Lieblingswanderhose ist repariert, der Rucksack gepackt.

Video: Senda Sursilvana
SchweizMobil: Senda Sursilvana
Eine Fernwanderung auf der Senda Sursilvana
Wandersite: Senda Sursilvana

Der kleine Outdoor-Knigge: 7 Regeln fürs Draußensein
Podcast: Mehrtageswanderungen: Das Abenteuer vor der Haustür

Erster Tag: Von Chur nach Laax

Senda Sursilvana, erster Tag. Um sechs Uhr morgens geht der Zug an das andere Ende der Schweiz, der Weg zum Bahnhof ist still und dunkel. Während der Fahrt geht über dem Zürichsee die Sonne auf, schöne Aussichten schon hier. Weiter geht die Fahrt in die Berge hinein, und pünktlich erreichen wir schliesslich Chur. Die Stadt liegt im Sonntagsschlaf, aber ich habe vorab im Internet ein Café entdeckt, das offen sein sollte, das suche ich als erstes. Und stelle entzückt fest, dass ich da wirklich ein sehr schönes gefunden habe – ein sehr verlockend aussehendes Brunch-Buffet, herrliche alte Tische und Sofas, und auch draussen sitzt man wunderbar unter Bäumen, wo ich mich schliesslich für eine kleine Stärkung niederlasse. Und dann geht es richtig los: die ersten Schritte auf der Senda Sursilvana Richtung Andermatt.

Am Anfang geht es noch sehr städtisch durch Chur, mit Gewerbegebieten und Autobahn, aber davon habe ich vorher gelesen und halte es halt einfach aus. Sehr schnell wird mir dann schon zu warm, und so ziehe ich die Hosenbein ab und das Langarmshirt aus. Endlich raus aus der Stadt wird dann alles besser – der Weg kreuzt den Vorderrhein, aus Asphalt wird ein kleiner Pfad erst am Fluss entlang und dann den Berg hinauf, und ich kann endlich die Wanderstöcke auspacken. Zwar hört man immer noch erst die Autobahn und dann die Hauptstrasse, aber ich hole die Kopfhörer raus, finde auf meiner Playlist das Live-Album „Un tour ensemble“ von Jean-Jacques Goldman, wandere dazu beschwingt und singe ab und zu leise (und falsch) mit.

Später dann ist der Weg weit weg von allem und ruhig, es geht durch blühende Wiesen und vorbei an Obstbäumen. Zwischendurch gibt es eine kleine Pause, als ich plötzlich sehr hungrig werde und mich auf einer kleinen Brücke einfach auf den Boden plumpsen lasse. Dazu ist es heiss heute, zum Glück kommt ab und zu ein Dorf, und jedes hat mindestens einen Dorfbrunnen (der grösste Segen der Schweiz: Trinkwasser). In einem besonders netten Dorf gibt es am Brunnen noch einen schattigen Picknickplatz dazu, und nebenan verschenkt jemand Äpfel frisch vom Baum. Und fatalerweise steht hier ein Hinweisschild zu einer Hängebrücke. Also wandere ich vom Berg wieder runter, gucke Hängebrücke, und wandere wieder hoch. Und würde mich am liebsten grad ganz in den Trinkwasserbrunnen legen, es ist wirklich sehr heiss. Aber nach einer kleinen Pause geht es dann weiter, zwei spannende Tagespunkte warten schliesslich noch und bis zum Etappenziel ist es noch ein Stück.

Der Weg führt jetzt weiter hoch und tiefer in die Rheinschlucht Ruinaulta hinein, und schliesslich zur Aussichtsplattform „Il Spir“, von der aus man von schwindeliger Höhe in die Schlucht hinunter schauen kann und einen grossartigen Blick hat, auf den berühmten Felssturz und auf den Vorderrhein, der sich durch die Schlucht schlängelt, auf die Züge der Rhätische Bahn, die weit unten vorbeifahren, und auch die Hängebrücke kann man von hier aus erspähen.

Von hier aus ist es dann nicht mehr weit bis zum mindestens genau berühmten Caumasee. Der ist wirklich wunderschön, aber rundherum (verständlicherweise) eingezäunt und ob des schönen Wochenend-Wetters sehr überlaufen. Zum Glück ist trotzdem noch genug Platz und Abstand für alle, so stopfe ich meinen Rucksack mit etwas Gewalt in ein Schliessfach und gehe Schwimmen. Am liebsten würde ich hier noch viel länger bleiben, aber die Zeit wird langsam knapp, und so muss eine kleine Runde reichen.

Zurück auf dem Wanderweg geht es weiter hoch und weiter durch den Wald, und schliesslich bin ich am ersten Etappenziel angekommen: Laax. Das Hotel ist so schick wie beworben, ich freue mich über das schöne Zimmer, die Regendusche, und wie gut alles nach Kräutern riecht. Sachen waschen, duschen, umziehen, und dann lasse ich mich von einem lustigen Postauto-Fahrer ans andere Ende vom Dorf bringen (bloss keinen weiteren Schritt mehr als nötig machen!), geniesse die herrliche Abendluft und den schön angelegten Laaxersee und esse gemütlich auf einer Terrasse am See zu Abend, umsorgt von einem sehr aufmerksamen Kellner und mit Blick auf Berge im Sonnenuntergang.

Zurück am Hotel besorge ich nebenan noch zwei Päckchen Saft – den habe ich heute unterwegs sehr vermisst, weil es zu heiss und anstrengend war, um viel zu essen. Und frage mich ein wenig besorgt, ob die geschätzte Wanderzeit der morgigen, sehr langen Etappe eigentlich den Muskelkater vom ersten Tag berücksichtig hat…

Kaffeeklatsch Chur
Znüni: Espresso, Birchermüesli, Gipfeli mit Konfi
Restaurant Ustria Lags Laax
Abendessen: Cranberry-Schorle, Wildkräutersalat, Kürbis und Pasta, Schokoladeneis
Hotel Riders Laax
Frühstück: Kakao und Espresso, Birchermüesli, saftige Pflaumen, Nussbrot mit Konfi, Rührei

Zweiter Tag: Von Laax nach Waltensburg

Senda Sursilvana, zweiter Tag. Nach dem Aufwachen erstmal gucken, wie der körperliche Zustand ist – den Füssen und der Achillessehne geht es glücklicherweise gut, nur höllischen Muskelkater habe ich. Aber wer muss schon beim Wandern die Beine heben…

Nach dem Frühstück geht es dann auch gleich los, erst durch Wald, dann durch Wiesen. Auf und ab und ab und auf und auf und ab. Zwischendurch langweiliger Asphalt, aber auch immer wieder Naturwege, und überall Aussicht, Himmel, Postkartenidylle und hübsche Dörfer. Irgendwo wird der Weg dann so schmal und steil und rutschig, dass mir Angst und Bange wird und ich mehrfach gucke, ob bald das Ende erreicht ist. Irgendwann bin ich aber auch da durch, und dann ist da wieder einer dieser Wegweiser, diesmal zu einem Stausee. Also folge ich auch diesem und arbeite mich ein weiteres Stück Berg hinauf, wandere auf der Staumauer umher und geniesse die Aussicht, bevor es wieder zurück auf den eigentlichen Weg geht.

Um 14:31 Uhr ist es es dann so weit: mir tut alles weh, ich mag nicht mehr weiter, und frage mich zum ersten Mal, wer eigentlich diese dämliche Idee mit dem Wandern hatte… Aber es hilft nichts, es geht noch zwei Stunden bis zum Hotel, also schleppe ich mich weiter. Eine kleine Picknickpause hilft ein bisschen, ebenso das hübsche Flusstal und später die schönen Almwiesen. Die Hintergrundgeräusche dieser Etappe: Dorfbrunnen plätschern, Kuhglocken läuten, Bäche rauschen, eine Wanderin quengelt.

Endlich im Hotel angekommen bekomme ich ein wunderschönes Zimmer mit Balkon und Blick ins Grüne, ich mache es mir gemütlich und frage mich, wie ich mich eigentlich wieder bewegen und zum Restaurant hinunter kommen soll. Und ob das überhaupt nötig ist. Zum Glück schaffe ich es dann aber doch noch wieder nach unten, sitze wunderschön auf der Terrasse und geniesse ein leckeres Abendessen unter alten Bäumen (überhaupt: es gab überall gut und frisch zu essen, vegetarisch war gar kein Problem, auch vegan wäre möglich gewesen).

Hotel und Restaurant Ucliva Waltensburg
Abendessen: Zitronenmelisse-Schorle, Gemischter Salat, Linsencurry, Schokoladeneis
Frühstück: Kakao und Espresso, Birchermüesli, Weintrauben, Körnerbrot mit Schokocreme, Rührei

Dritter Tag: Von Waltensburg nach Rabius

Senda Sursilvana, dritter Tag. Die Etappe heute ist weniger lang, weniger aufregend, und in einer Bäckerei bekomme ich genug Fruchtsaft für unterwegs, um mich bei Laune zu halten. Ausserdem wird es mit dem Muskelkater langsam besser. Das erste Zwischenziel ist Brigels, hier spaziere ich ein wenig am See entlang und schiele ein bisschen sehnsüchtig zu den Bergen hoch, für die keine Zeit ist. Leider hat die Sesselbahn ausgerechnet heute Ruhetag, so wandere ich einfach so ein Stück den Hausberg hoch und um eine Kuh herum, bevor es auf der Senda Sursilvana weitergeht.

Wiesen, Wald, Lawinenschutzbauten. Ein wenig auf federndem Waldboden hopsen, ein bisschen summen, schon bin ich gemütlich am heutigen Tagesziel angekommen. Da ich noch etwas Zeit bis zum Abendessen habe, werfe ich meine Sachen ins Zimmer und gehe noch zum Vorderrhein hinunter. Das ist dann doch deutlich weiter als gedacht und der Weg nicht sehr schön, Brennnesseln und Brombeeren stellen sich auch noch dazwischen, aber schliesslich bin ich am wild rauschenden Fluss angekommen. Ein ganz kurzes, sehr illegales Bad, dann wieder hinauf ins Hotel – der Abstecher hat sich nicht wirklich gelohnt. Aber mit Abendessen und Schokoladeneis findet auch dieser Tag wieder einen guten Abschluss.

Hotel und Restaurant Greina Rabius
Abendessen: Holunder-Schorle, Gemischter Salat, Bizzochelgratin mit Gemüse und Apfelmus, Schokoladeneis
Frühstück: Kakao und Espresso, Birchermüesli, Brot und Gipfeli mit Konfi, Rührei

Vierter Tag: Von Rabius nach Sedrun

Senda Sursilvana, vierter Tag. Heute kommt der Abstecher zur Caplutta Sogn Benedetg, entworfen von Peter Zumthor, oder auch: Der Grund, warum die Entscheidung so schnell auf diese Wanderung fiel. Seit dem ersten Besuch in der Therme Vals liebe ich seine Architektur. Nach dem Frühstück geht es also erstmal wieder den Berg hinauf, und wie immer stehe ich unten, frage mich, wie ich da jemals hoch kommen soll, mache ein paar Schritte, schnaufe ein wenig, mache noch ein paar Schritte, und bin dann plötzlich oben. Quer über Wiesen führt der Wanderweg weiter in das winzige Dorf, in dem sich die Kapelle befindet. Ich nehme mir die Zeit, in Ruhe zu schauen, zu atmen, die Wände ein bisschen zu streicheln und die Stille zu spüren.

Auf dem Weg wieder hinunter stelle ich fest, dass es überhaupt ein sehr freundliches Dorf ist – der Trinkwasserbrunnen hat eine Sirupbar und eine öffentliche Toilette. Und eine Ruine gibt es auch noch, dazu treffe ich noch Wander-Lamas, bevor es auf der Senda Sursilvana weiter nach Disentis geht. Um die Mittagszeit herum komme ich dort an und erfreue mich am Klang der Klosterglocken und den aufgeregten Vorbereitungen eines Alpabzugs, bevor ich nochmal von der offiziellen Route abweiche.

Statt durchs Dorf geht es auf dem gewählten Wanderweg durchs Grüne und an einem winzigen Natursee vorbei. In dem ich natürlich eine Runde Baden muss, aber brrrr, der ist wirklich eiskalt. Gefühlte Wassertemperatur: frisch aus dem Gletscher getropft. So erfrischt geht es dann weiter durch eine wildromantische Schlucht am Fluss entlang, und wieder auf den richtigen Weg. Wo ich eine Umleitung wegen Strassenbauarbeiten verpasse, ein wenig fluchend umherirre und dann doch noch den Weg wiederfinde. Der Blick zurück auf Disentis ist dann sehr schön – wie das Miniaturwunderland, mit Kloster, Bergen, Gletschern, und ab und zu rattert die Rhätische Bahn vorbei.

So schön die Strecke zum heutigen Etappenziel Sedrun auch ist (sogar über ein Viadukt geht es!), es ist spät, ich bin ziemlich geschafft und es waren heute unglaublich viele Eindrücke, und so bin ich froh, als ich endlich am Hotel in Sedrun ankomme. Noch ein wenig Proviant für morgen besorgen, Abendessen auf der Hotelterrasse, fertig. Morgen kommt die längste und anstrengendste, aber angeblich auch schönste Etappe, und so schwanke ich zwischen Vorfreude und Panik.

Hotel und Restaurant Krüzli Sedrun
Abendessen: Holunder-Schorle, Gemischter Salat, Flammkuchen mit Gemüse, Schokoladeneis
Frühstück: Kakao und Espresso, Birchermüesli, Brot und Gipfeli mit Konfi, Rührei

Fünfter Tag: Von Sedrun nach Andermatt

Senda Sursilvana, fünfter Tag. Sehr frühes Frühstück, dann geht es los, wieder den Berg hinauf, und in alpines Gelände. Berge und Felsen, Luft und Licht, Heidekraut und Moos, in der Herbstsonne leuchten die Blaubeerfelder und das Wollgras. Ich bin so weit oben, dass ich die Wolken kitzeln könnte, und treffe auch die berühmten Esel an. Viel zu schnell ist dieses Stück zu Ende und ich bin am Oberalpsee. Der sich nicht sehr wanderfreundlich präsentiert – kein Trinkwasserbrunnen, keine Bank, keine öffentliche Toilette, dafür sehr viele Autos. Also halte ich mich hier trotz See und Leuchtturm nicht lange auf.

Die Strecke geht jetzt einen Geröllhang hinauf (die Alternative am See entlang entdecke ich zu spät), mit viel Kletterei und Suchen von Wegmarken. Ab und zu sehe ich nur per GPS, wo es weitergeht, und bin dankbar, dass mir ausgerechnet hier mehrere Wanderer entgegenkommen und auch so den Weg sichtbar machen. Schliesslich bin ich oben, und nach einem schwindeligen Stück Weg bis zur Seilbahn dann auch wieder auf sicherem Boden. Uff. Das hätte ich mich am Anfang der Wanderung weder getraut, noch hätte ich das geschafft.

Über eine gefühlt endlose Schotterpiste und durch staubige Hitze geht es weiter zum Stöckli. Hier könnte ich eine Seilbahn hinunter nach Andermatt nehmen und mich bequem ins Tal schaukeln lasse, aber ich will ja den ganzen Weg laufen und gehe daher fast unbeirrt weiter. Erst auf langweiliger Strasse, dann auf einem schönen, aber steilen und anstrengenden Wanderweg durch den Wald hinunter. Nach zwei Stunden bin ich endlich unten, und unendlich froh, dass ich nicht mehr abwärts laufen muss. Das Ende der Wanderroute ist erreicht, ich packe die Wanderstöcke weg, gehe auf dem Weg ins Hotel noch in den örtlichen Supermarkt und freue mich auch hier über ein sehr schönes Hotelzimmer. Angekommen.

Hotel Crown Andermatt
Abendessen: Picknick auf dem Hotelzimmerfussboden mit Salat, Käse, Brot, Apfel, Kiwis, Schokokeksen
Frühstück: Kakao und Espresso, Müesli, Gipfeli mit Konfi, Weintrauben, Rührei

Am nächsten Tag geht es dann mit der Zahnradbahn und anderen Zügen wieder nach Hause, und
kaum zurück, stelle ich fest: Dieses Weitwandern macht süchtig. Und suche schon nach den nächsten möglichen Abenteuern draussen unterwegs.

Was mit dabei war

Beim Packen habe ich mich an den Listen erfahrener Wanderer orientiert:
Packliste für die nächste Hüttentour
Packliste für Hüttenwanderungen
Packliste für eine Mehrtageswanderung

Das Prinzip ist recht einfach:

  • eine Garnitur zum Wandern
  • eine Garnitur zum Essen gehen
  • eine Garnitur zum Schlafen

Je nach Wetter (und falls etwas kaputt gegangen wäre) war bei mir alles untereinander tausch- und ergänzbar. Irgendwo stand als Empfehlung, dass der gepackte Rucksack nicht mehr als acht Kilo wiegen solle, das habe ich ziemlich genau getroffen.

Im Hotel angekommen, habe ich jeweils grad die Wandergarnitur gespült, während meiner Dusche mit Seife einweichen lassen, ausgespült und aufgehängt. Die Wanderschuhe habe ich zum Lüften aufgestellt und abgestaubt, die Wandersocken ausgeschüttelt und zum Lüften aufgehängt (und nach zwei, drei Tagen gewechselt). Den Rucksack habe ich jeweils komplett ausgeräumt und ebenfalls aufgehängt. Die anderen beiden Garnituren wurden nach dem Tragen einfach gelüftet und wieder eingepackt.

  • Rucksack (bei mir: 38 Liter, das war sehr bequem ausreichend)
  • Wanderstöcke
  • Wanderschuhe
  • Leichte Schuhe
  • 2 Trinkflaschen 0.5 Liter
  • Obst und Knabberkrams (Müsliriegel, Salzstangen, Nüsse, Trockenfrüchte, Schokolade)
  • Brotdose, Taschenmesser, Löffel
  • Sonnencreme und -lippenstift
  • Hirschtalgstick
  • 2 Paar Wandersocken
  • 2 Paar normale Socken
  • Wadenstulpen bzw. Kompressionsstrümpfe
  • 2 Wanderhosen mit Zip-Off-Beinen
  • 3 Schlauchtücher
  • 3 T-Shirts (2 davon Merino)
  • 2 Langarmshirt (Merino)
  • 1 kuschelige Fleecejacke (Merino)
  • 2 Sport-BHs
  • 3 Sport-Unterhosen
  • Schlafshirt und -hose (Merino)
  • Badeanzug und Ultraleicht-Handtuch
  • Handschuhe
  • Regenjacke und Regenhose
  • Kleiner Geldbeutel
  • Bargeld, Bank- und Kreditkarte
  • Ausweis und Krankenkassenkarte
  • Sonnenbrille und Brillendose
  • Mobiltelefon mit SchweizMobil-, MeteoSchweiz-, Alertswiss-, SwissCovid- und Rega-App
  • Ladegerät und Kopfhörer
  • Taschentücher aus Papier und Stoff
  • Toilettenpapier und Müllbeutel
  • Mund-Nasen-Schutz (wegen Corona)
  • Schlafmaske und Ohropax
  • Reiseapotheke (Blasenpflaster! Schmerztabletten, Magnesium usw.)
  • 3 Plastiktüten und Mini-Stoffbeutel (für Ordnung und Schutz im Rucksack)
  • 1 Stoffbeutel (für Ordnung und zum Essen gehen)
  • Blümchen-Ring
  • Karabiner
  • Zahnbürste, Zahnputztabs, Zahnseide
  • Kamm und Ersatz-Haargummis
  • Seife und Deo
  • Creme und Lippenbalsam

Unterwegs vermisst: Trinkbecher (daheim gleich für die nächste Tour zugelegt), Saftpäckchen oder Isopulver.
Unterwegs dazugekauft: Saftpäckchen, Obst, Schokokekse, Schoko-Erdnuss-Riegel.

Wetterbedingt nicht gebraucht: Regenjacke und -hose, die beiden Langarmshirts, das dritte (wärmere) T-Shirt, Handschuhe, die Hälfte vom Knabberkrams.

Vergessen und zum Glück nicht gebraucht: Insektenschutz.

Musik zum Laufen

Beim Laufen höre ich meistens Musik. Anfangs habe ich Stücke ausprobiert, die der „optimalen“ Schrittfrequenz und damit 180 bpm (beats per minute) entsprechen und daher gerne empfohlen werden, aber von schnellen Rhythmen werde ich kirre im Kopf, und alles Richtung Techno und Hip-Hop mag ich schonmal gar nicht. Also ist meine aktuelle Playlist stattdessen eher beschwingt vom Tempo her (eine hohe Schrittfrequenz laufe ich trotzdem) und besteht aus einer bunten Mischung von deutsch-, englisch- und französischsprachigen Titeln. Instrumental ist nur ein Stück (weil es mich an Island erinnert), Live-Versionen mag ich unterwegs sehr gerne hören, ein Mantra hat sich noch dazwischengeschummelt, und dass ich in den 80ern aufgewachsen bin, lässt sich vermutlich auch nicht wirklich leugnen…

ipod

a-ha The Sun Always Shines On TV
ABBA Eagle
Aliose J’irai te croiser
Alphaville Jerusalem
Amy MacDonald Don’t Tell Me That It’s Over
Amy MacDonald No Roots
Amy MacDonald An Ordinary Life
Amy MacDonald Troubled Soul
Amy MacDonald This is the Life
Amy MacDonald Footballer’s Wife
Andreas Bourani Ultraleicht (feat. Elif)
Andreas Bourani Hey (Radio Version)
Andreas Bourani Ultraleicht
Anna Nalick Breathe (2 AM)
The Avener & Kadebostany Castle In the Snow
Bandits Catch me
Bastille Pompeii
Birdy Fire and Rain
Birdy & Rhodes Let It All Go
Bob Sinclair Love Generation (Radio Edit) 
Bobo In White Wooden Houses Ever The Wind
Carrousel C’est la vie
Cassandra Steen Stadt (Single Version)
Celtas Cortos Unos dicen
Cher Strong Enough
City Am Fenster (1978)
Cœur de pirate Oublie-moi
Cœur de pirate Crier tout bas
Coldplay Adventure of a Lifetime
Coldplay A Sky Full of Stars
Coldplay Clocks
Daniel Diges Algo peque–ito
David Knopfler Prophecies
The Decemberists Rox In The Box
Dotan Home
Dredg Cartoon Showroom
eleVate Hard to come by
Fahrenhaidt, Steen & Malin Ich Lauf (Radio Edit)
Femme Schmidt Shape of Love
First Aid Kit My Silver Lining
First Aid Kit Emmylou
First Aid Kit Walk Unafraid
Fishbach Mortel
Florence + the Machine Shake It Out
For a Minor Reflection Hástef
Frida Gold Wovon Sollen Wir Träumen
Genesis If That’s What You Need
Gossip Heavy Cross
Guillemots Walk the River
HAEVN Finding out More
Hera Björk Je Ne Sais Quoi
Heroes Del Silencio Entre Dos Tierras
Hozier Take Me To Church
Indila Dernière danse
Indila Love Story
Indila Ego
Johnny Clegg & Savuka – Eddie Grant Long Shawah – Free World
Kadebostany Mind If I Stay
Katzenjammer Rock-Paper-Scissors
Keane Bend and Break
Keane Sovereign Light Café
The Killers Human
The Killers Mr. Brightside
Kim Wilde Cambodia
Lina Arndt Take Me To Church
Louane Jour 1
The Love Keys Jai Ganesh
Lykke Li Gunshot
Mando Diao Gloria
Marcus Wiebusch Der Tag wird kommen
Maria Mena All This Time (Pick-Me-Up Song)
Max Herre Wolke 7 (feat. Philipp Poisel)
Mike Oldfield Earth Moving
Milow Ayo Technology
Mogli Wanderer
Moran Mazor Rak Bishvilo
MS MR Hurricane
Mumford & Sons & Birdy Learn Me Right
Nano Hold On
Naughty Boy Runnin‘ (feat. Beyoncé & Arrow Benjamin)
Noel McLoughlin Step it out Mary
Nolwenn Leroy Nolwenn Ohwo !
Of Monsters and Men King and Lionheart
Of Monsters and Men Little Talks
Of Monsters and Men Your Bones
Olly Murs Heart Skips a Beat (feat. Rizzle Kicks)
Olly Murs Dear Darlin‘
Omnia Alive! (Radio Version)
Paddy goes to holyhead Far Away
Paddy goes to Holyhead Vincent
Pat Benatar Love Is A Battlefield
Pearl & The Puppets Because I Do
Philipp Dittberner In deiner kleinen Welt (Marv Edit)
Philipp Dittberner Das ist dein Leben
Propaganda Dr. Mabuse
Qntal The Whyle
Razorlight Wire To Wire
Rebecca Ferguson I Hope
Rebecca Ferguson All That I’ve Got
Revolverheld Lass uns gehen
Ricky Martin Livin la vida loca
Robbie Williams Advertising Space
Robbie Williams Love My Life
Runrig Big Sky (Live Version)
Runrig Hearts of Olden Glory (Live Version)
Runrig Siol Ghoraidh (Live Version)
Runrig Day of Days (Live Version)
Runrig Skye (Live)
Sandra Maria Magdalena
Sharleen Spiteri It Was You
Silly Alles rot
Sina Wänn Nit Jetz Wänn Dä
Sophie Ellis Bextor Murder On The Dancefloor
Tera Naam Sat Siri Akaal
Tim Bendzko Am seidenen Faden
Tim Bendzko Ich Laufe
Tocotronic Auf dem Pfad der Dämmerung
Tom Chaplin Quicksand
Ultravox Dancing With Tears In My Eyes
Zaz On ira
Zaz Si jamais j’oublie

Augenblicke in Bad Hersfeld 2016

Zum 18. Mal war in diesem Jahr das Treffen von de.rec.fotografie, zum dritten Mal in der Jugendbildungsstätte Frauenberg in Bad Hersfeld. Wie immer sind einer der Organisatoren und ich bereits zwei Tage vorher angereist und haben neben den letzten Vorbereitungen noch den Ort, leckeren Kuchen im Café Landlust und die freie Zeit im Kurpark genossen.

Neben einer grandiosen Aussicht auf Bad Hersfeld und sehr leckerem Frühstück gibt es in der Hotelpension Vitalis übrigens auch den Schlüssel zum Paradies :).

Kaum war die letzte Seite gedruckt und der letzte Einkauf getätigt, ging es auch schon ab in unser Treffenhaus, wo dann letzte Vorbereitungen für unsere Gruppe getroffen wurden und alles zur Verköstigung aufgebaut wurde (fabelhafter Zitronenkuchen und Vanillemilch, mmmmh!).

Bunt, trubelig, lustig, sonnig und auch ein bisschen verregnet waren dann die Treffen-Tage. Mehr Fotos gibt es auf der de.rec.fotografie-Treffenseite zu sehen.

Ausserdem war da noch der Fotowettbewerb, bei dem es auch diesmal wieder galt, zu sieben Themen jeweils ein Foto abzugeben:

1) Ahoi!
2) Tropfen
3) Unterseite
4) Aufgeräumt
5) Grasgeflüster
6) Panik
7) Ist das Kunst oder kann das weg?

Entstanden sind die Bilder am Freitag Nachmittag (nach dem einen oder anderen Einkauf am Freitag vormittag), gemacht habe ich die Bilder mit dem iPhone auf einem weissen Tisch am Fenster im grossen Arbeitsraum. Nachbearbeitet ist nichts ausser ein bisschen geraderücken, Flecken wegstempeln und Kontrast aufhübschen. Wie immer ohne Blitz, und es waren auch keinen weiteren Hilfsmittel wie Reflektoren dabei. Diesmal ist alles gnadenlos gestellt… Eigentlich hatte ich Donnerstag schon angefangen (draussen war alles voller Regentropfen auf Blättern, eine der Nachwuchs-Teilnehmerinnen hat so wunderbar die vielen bunten Teelichter farbig sortiert), ich fand dann aber alles zu langweilig. Mir ist dann die Kritik der Jury vom letzten Jahr eingefallen, die meine Serie in sich nicht ganz so stimmig fand. Daraus wurde dann die totale Reduzierung auf jeweils genau das Thema auf weissem Untergrund.

Was darauf jeweils zu sehen ist?

1) Mein Lieblingsbild zu meinem Lieblingsthema: ein kleines, hellblaues Papierschiffchen. Lustigerweise sind noch mehrere andere Teilnehmer auf die Idee gekommen (dabei hätte ich mir gewünscht, dass es noch ein spassiges Badewannen-Bild oder ähnliches gibt).

2) Naja, Tropfen halt. Die hätte ich gerne noch irgendwie spannender inszeniert, mit mehr Sonnenlicht oder so, aber nun.

3) Zum Thema „Unterseite“ hatte ich lange keine Idee. Dann fiel mir abends nach dem Duschen die Dose mit der „Springtime Coldcream“ in die Finger, ich fand die Unterseite mit den vielen Inhaltsstoffen spannend und die Farben hübsch.

4) Süssigkeiten aufgeräumt.

5) Vorgestellt hatte ich mir etwas mehr in Richtung Wiese mit viel mehr Grashalmen. Das sah mir dann aber zu überladen aus, also doch reduziert auf zwei, die miteinander flüstern. Oder so.

6) Die Verkäuferin im Spielzeugladen hat etwas irritiert geguckt, als ich nach einer Spinne fragte und dann bei „wir haben hier noch eine sehr hochwertige aus Stoff *hochhalt*“ erstmal fünf Meter rückwärts sprang… Geworden ist es dann eine ganz kleine aus Plastik, gerade in der Andeutung reicht das für meinen Paniklevel völlig aus :o

7) So hübsch anzusehendes Schokopapier (beim Inhalt keine Frage: der war sofort weg… :)).

Auf dem Rückweg vom Fotodrucker bin ich nach gemütlichem Bummeln im Sonnenschein dann doch noch in einen Wolkenbruch geraten und so richtig platschnass geworden. Aber Hauptsache, der Umschlag mit den Fotos ist trocken geblieben!


(Foto: Heino Tiedemann)

Land aus Feuer und Eis

Im letzten Sommer habe ich gespannt die Island-Rundreise von Frau Brüllen verfolgt: Island 2014. Die erste Hälfte, mit vielen Bildern und Island, Teil 2. Im Herbst schrieb dann Frau Schmitt über die Verbindung von Islandreise und Laufen: Schöner atmen in der Rauchbucht – der Reykjavik Marathon. Tja. Das wollte ich auch :)

Und obwohl für 2015 eigentlich nur der 10 km Frauenlauf Bern auf meinem Laufanfänger-Plan stand, gingen mir Island und der Halbmarathon nicht aus dem Kopf. So wurden im Januar kurzerhand Flug und Laufreise gebucht, auch wenn ich ein wenig Angst vor meiner eigenen Courage hatte…

Mittwoch – Anreise

Mitte August ging es dann los: ab in den Flieger und auf nach Island. Herr Papa schickte noch besorgte Grüsse hinterher: „Und pass mit den Vulkanen auf!“, und wummms, war der Flieger auch schon etwas unsanft in Keflavík gelandet. Mit dem Flybus ging es direkt weiter nach Reykjavík, und zu Fuss ein Stück die Strasse hinauf zu dem Gästehaus für unsere Gruppe. Da es durch die Zeitverschiebung in Island erst später Nachmittag war, bin ich gleich weitergezogen und habe mir die nahegelegene Hallgrímskirkja angeschaut. Innen wurde gerade auf der Orgel geprobt und die Kirche mit gewaltigen Klängen gefüllt, aussen habe ich mich von einem Aufzug auf den Turm fahren lassen. Allerdings gibt es oben keine offene Plattform, und die Aussicht war nicht so schön wie erwartet.

Also ging es bald wieder runter und weiter an das Sæbraut-Ufer, die Sonnenfahrer-Skulptur anschauen, die ich so wunderbar finde, und die windige Aussicht auf den Nordatlantik und das Bergmassiv Esja geniessen. Auf dem Weg dahin habe ich überall fröhlich bemalte Häuser und Blumenschalen entdeckt: es wird versucht, dem Islandgrau und Stadteinerlei entgegenzuwirken. Trotzdem ist der Funke zwischen der Stadt und mir nicht so recht übergesprungen – zuviel Autoverkehr, hässliche Neubauten und Souvenirgeschäfte.

Zurück im Gästehaus zeigte sich, dass das heisse Wasser tatsächlich sehr lustig schwefelig ist. Es stinkt ein bisschen wie frisch aus der Hölle, sozusagen. Und wirklich richtig heiss ist es auch – trotz Warnung im Reiseführer habe ich mich fast verbrannt. Dafür ist es schön weich, und auf der kalten Seite kommt Quellwasser in einer sehr guten Trinkqualität (in den Restaurants bekommt man das auch einfach so auf den Tisch gestellt – so toll!).

Donnerstag – Spaziergang durch die Stadt

Nach einer kurzen Nacht (eine Gruppe auf meinem Stockwerk machte erst abends viel Lärm, um morgens um vier ebenfalls mit viel Lärm abzureisen) und unter grauem Himmel bin ich leicht grumpfig dem Stadtrundgang meines Reiseführers gefolgt – erst runter zum Stadtteich Tjörnin und durch das in den Teich hineingebaute Rathaus, dann in die multimediale Besiedlungsausstellung 871±2 und weiter den Hafen entlang. Hübsch fand ich die Stadt immer noch nicht, und ausserdem war es kalt und nieselig. Ausserhalb des touristischen Stadttrubels habe ich ein ruhiges Café in der alten Villa vom Hannesarholt cultural center gefunden (im Reiseführer passenderweise für das Publikum 35+ angepriesen…), und es mir mit Suppe, Waffeln, heisser Schokolade und Kindle gemütlich gemacht. Reykjavík gefiel mir so schon gleich ein bisschen besser.

Später ging es noch mal raus, nebenan eine Pizza essen und schauen, wo genau das Schwimmbad ist, in das ich Samstagnachmittag nach dem Laufen gerne gehen würde. Dabei habe ich rosa Elefanten (huch…) entdeckt, den wunderschönen Viertelstundenschlag der Hallgrímskirkja bemerkt und jedes Mal gestaunt, wenn ich um eine Ecke gebogen bin und der Nordatlantik einfach so vor mir lag.

(Vegetarisch essen war übrigens gar kein Problem, überall gab es eine gute Auswahl. Tips finden sich ansonsten beispielsweise bei 9 great options for vegetarians in Reykjavík, Vegan in Island und Vegan in Island: Eine Woche Reykjavík im Januar.)

Freitag – Nauthólsvík und Perlan

Beim Frühstück haben sich alle Reiseteilnehmer unserer Gruppe das erste Mal komplett versammelt. Als erstes erfuhren wir, dass unsere Reiseleitung bereits unsere Startunterlagen abgeholt hat, so dass wir am Nachmittag nicht extra raus zum Sportgelände mussten. Dafür haben es fünf Koffer nicht nach Island geschafft, und es begann ein fröhliches Ausleihen von Socken, Shirts und Regenschirmen. Schon da hat sich gezeigt, dass unsere Gruppe toller nicht hätte sein können – lustig, plauderig, hilfsbereit.

Unser Reiseleiter ist nach dem Frühstück mit uns durch die Stadt spaziert, hat Sehenswürdigkeiten und das Start/Ziel vom morgigen Lauf gezeigt. Dabei erfahre ich, dass die anderen durchaus entzückt von Reykjavík sind. Nanu. Das Leben in einer Kleinstadt und gleichzeitig schönsten Barockstadt der Schweiz verwöhnt wohl doch arg.

Wir sind dabei auch in das Konzerthaus Harpa hineinspaziert – so hässlich ich es von aussen fand, so begeistert war ich von innen, und bin die Rampen und Treppen bis ganz nach oben gelaufen. Mittags haben sich die Wege der Gruppe wieder getrennt, und ich bin spontan doch noch mit dem Bus nach Nauthólsvík am Stadtrand von Reykjavík gefahren. Dort gibt es einen geothermischen Strand – Isländer haben so viel heisses Wasser, dass sie damit den Nordatlantik heizen können. Leider bin ich nach der Öffnungszeit angekommen und habe daher nur noch Reste vom heissen Wasser abbekommen, aber für einen kleinen Spaziergang und zum Füsse eintunken hat es doch noch gereicht.

Ein bisschen habe ich dort bedauert, nicht doch noch irgendwo ein Fahrrad ausgeliehen zu haben – von hier aus könnte man so schön an der Küste entlang fahren. Stattdessen bin ich von Nauthólsvík über einen Spazierweg hoch zum Warmwasserspeicher Perlan gelaufen. Dort habe ich die mieseste Waffel überhaupt bekommen, dafür aber auch die schönste Aussicht von Reykjavík – auf einer Plattform läuft man um die Kuppel herum und schaut auf Stadt, Meer und Berge. Soviel Weite, Himmel, Licht, Luft!

Auf dem Rückweg im Supermarkt um die Ecke wurden noch Bananen für das Vor-dem-Laufen-Frühstück und ein paar Äpfel für die nächste Woche gekauft, im Gästehaus ein youtube-Video bemüht, um den Zeitnahme-Chip richtig an meinem Laufschuh zu befestigen, danach ging es gemeinsam weiter zum Abendessen: Buffet mit Salat, Pasta und (kalter) Pizza. Keine kulinarische Offenbarung, aber zumindest ausreichend, um noch ein paar Kohlenhydrate für den Lauf zu bunkern.

Samstag – Halbmarathon und Kulturnacht

Samstag war es endlich so weit: der Lauftag vom Reykjavik Marathon, auf den ich seit Januar hintrainiert habe. Zum Frühstück gab es ein paar selbstgemachte, eingeschmuggelte Haferkekse, zwei Bananen und etwas Wasser. Danach ab in die Laufsachen und draussen das Wetter getestet, bevor wir gemeinsam zum Start gelaufen sind. Ich war höllisch aufgeregt und habe meine Schuhe gefühlte zehnmal neu geschnürt… Dafür gab es tatsächlich genug Toiletten und wir mussten nicht anstehen. Noch ein wenig warmlaufen, und schon war die Startzeit da. Passend einsortiert in den Startkorridor ging es los – allerdings starteten alle miteinander, und so war es sehr voll. Den Teil mit „rechts laufen, damit links überholt werden kann“ hat dazu anscheinend niemand gelesen, und daher dauerte es etwas, bis ich mich halbwegs freigelaufen hatte und in mein Tempo hineingekommen bin. Immerhin, so gab es keine Gefahr, zu schnell zu starten…

Ziemlich schnell waren wir schon am Meer und bei den ersten Hach-Momenten – im Wohngebiet wurden wir fleissig mit Winken, Klatschen, Glöckchenklingeln und Musik unterstützt. Also habe ich so viel wie möglich fröhlich zurückgewinkt und versucht, die Atmosphäre trotz der Anstrengung zu geniessen. Ein Stück lang bin ich hinter einer Frau mit Meister Proper-Shirt hergelaufen, und fand das sehr lustig. Irgendwo bei Kilometer 7 gab es den für mich schönsten Augenblick des Laufes: von einer leichten Anhöhe aus sieht man auf die Strecke vor sich, links das Meer, rechts viele, viele Läufer auf der Strecke. Und ich tatsächlich mittendrin und dabei. Hach. Noch ein Stückchen weiter standen die Nicht-Läufer unserer Gruppe, sind rumgehüpft und haben gejubelt. Ich habe mich riesig gefreut und zurückgejubelt.

Danach ging es ein Stück langweilig am Hafen entlang, dann kam aber auch schon die Harpa und damit wieder das Meer. Allerdings auch der Wind, und mir wurde tatsächlich doch ein bisschen kühl. Half aber nix, also weiter, vorbei am Sonnenfahrer und langsam Richtung Wendepunkt. Auf der anderen Strassenseite sind uns schon die schnellsten Läufer entgegengekommen, die wir gleich noch angefeuert haben. Bei Laugarnes ging es danach eine Anhöhe hinauf. Eigentlich nicht schlimm, aber oben ist es nicht wie erwartet zurückgegangen, sondern sehr langsam und langgezogen weiter und wieder nach unten. Mental etwas schwierig und ohne hübsche Aussicht, aber irgendwann kam endlich doch die Wendemarke und es ging wieder zurück und ab auf die Schlusstrecke.

Noch schnell den 1:55 Pacemaker überholt, der mit kaputtem Luftballon etwas geknickt am Strassenrand stand, wieder an der Harpa vorbei, ein weiteres Mal abgebogen, und dann waren wir auch schon im Ziel. Ich bin mit 1:55:13 tatsächlich unter zwei Stunden geblieben und mächtig stolz.

Fast habe ich noch verpasst, eine Medaille einzusammeln, und musste noch mal ein paar Schritte zurückgehen. Dann hatte aber auch ich eine :)


(Foto: marathon-photos.com)

(Bilder habe ich beim Laufen keine gemacht. Wer welche sehen möchte, kann die offiziellen Fotos, den Photo guide to the Reykjavik Marathon oder den Bericht Laufen in der nördlichsten Hauptstadt der Welt anschauen.)

Nach einem Becher Wasser habe ich mich wieder halbwegs erholt und zufällig noch zwei unser Gruppe getroffen. Nach einer kurzen Plauderei wurde mir allerdings langsam wirklich kalt, und ich bin zurück ins Gästehaus gelaufen. Einen Pfefferminztee und warme Sachen später wollte ich endlich ab ins Wasser, habe meine Schwimmsachen gepackt und bin ins Schwimmbad Sundhöllin gegangen. Die Lauf-Teilnehmer bekommen praktischerweise alle eine Eintrittskarte für die Bäder von Reykjavík. Die vielen anderen Läufer, die vor mir reinstürmten, wollten aber alle nur ins heisse Wasser – auf den Bahnen war es fast leer, und so liess es sich gut schwimmen. Am Schluss bin ich aber auch noch kurz in einen der Hot Pots gehüpft. Und habe mich drüber amüsiert, dass die Isländer dort tatsächlich vor allem diskutieren. Nach einer ausgiebigen Regendusche habe ich noch das tollste Spielzeug vom Bad entdeckt und entzückt benutzt: eine Trockenschleuder für den Badeanzug.

Den Rest vom Tag habe ich vor allem mit Essen verbracht… Auf dem Rückweg zum Gästehaus habe ich einen Schlenker gemacht und mir einen grossen Skyr-Smoothie bei der Lemon Smoothie & Juice Bar geholt. Zurück im Gästehaus fing doch noch der sintflutartige Regen an, der zuerst für den Vormittag angekündigt war, so habe ich noch ein wenig Pause gemacht und bin ein wenig später erneut nach nebenan in die Eldsmiðjan Pizzeria gegangen. Inzwischen waren auch die Marathon-Läufer zurück, und so habe ich dort gleich noch zwei andere aus unserer Gruppe getroffen. Nach der Pizza zog es mich doch noch auf die beginnende Kulturnacht, also habe ich mich in die Regensachen geworfen und bin losgestapft.

Die Strassen ähnelten inzwischen mehr rauschenden Flüssen, trotzdem waren sie voller wuseliger, gutgelaunter Menschen, und an den Strassenecken gab es kleine Konzerte. Nach einem bummeligen Bogen durch die Stadt bin ich noch mal in der Harpa gelandet und habe auch hier über die entspannte Stimmung der vielen Menschen gestaunt.

Zurück in der Stadt hörte der Regen langsam auf, und natürlich hatte ich schon wieder etwas Hunger. Diesmal ging es bei Reykjavík Chips vorbei. Zwar war die Schlange sehr lang, aber das Warten hat sich gelohnt – so gute Pommes Frites habe ich noch nie gegessen. Frisch geschnitten, vorgekocht, zweimal frittiert, perfekt. Und als Nachtisch gleich noch einen grossen Skyr-Smoothie von der Lemon Bar… Noch ein bisschen über die Kulturnacht geschlendert, doch noch ein Souvenir gekauft (ein graues, wolliges Babyschaf), dann hatte ich genug und bin zurückgelaufen. Vor dem Gästehaus kamen zufällig aus allen Himmelsrichtungen Teilnehmer unserer Reisegruppe zusammen, so haben wir aufgeregt schnatternd unsere Erlebnisse ausgetauscht, bevor auch die anderen zum Essen loszogen (allerdings wegen der Kulturnacht und späteren Uhrzeit etwas Pech hatten).

Übernachtet wurde im Guesthouse Aurora (sauber, winzige Zimmer, gemütliches Bett, einfaches Frühstück, zentrale Lage, aber sehr, sehr hellhörig und mit Wartezeit an Dusche/WC).

Sonntag – Skálholt bis Gullfoss

Nach dem Frühstück haben wir uns vor dem Gästehaus versammelt und amüsiert festgestellt, wie sehr wir dem Klischee entsprechen – wir sahen aus, als wären wir einem Jack Wolfskin-Katalog entsprungen. Inzwischen waren auch die vermissten Koffer endlich aufgetaucht, und so haben wir uns alle zum Bus aufgemacht. Als erstes haben wir dort eine Runde Koffer-Tetris gespielt (ein Spielchen, das sich jeden weiteren Morgen wiederholen sollte), bis endlich alle Koffer im Anhänger untergebracht waren, und unser Isländer hat zum ersten Mal mit den Augen gerollt. Nach einem kurzen Zwischenstop an der Perlan ging es endlich los und raus aus der Stadt. Praktischerweise hat es nur bis zu unserem ersten Halt in Hveragerði geregnet, und so wanderten wir dort das erste Mal durch die Lavalandschaft und schauten fasziniert zu, wie die Erde blubbert und raucht.

Auf dem Weg zum Bischofssitz Skálholt haben wir die ersten Schafe und Pferde entdeckt, die in Island einfach so durch die Gegend laufen. Und haben den Vulkan Eyjafjallajökull am Horizont gesehen, dessen Ausbruch 2010 den europäischen Luftverkehr zum Stillstand gebracht hat. Am Bischofssitz haben wir einen weiten Blick ins Land genossen und bekamen im Wintergarten ein sehr leckeres Buffet aufgetischt (ich brauche das Rezept für diesen Schoko-Karamell-Kuchen!).

Die nächste Station war das Hochtemperaturgebiet Haukadalur – der Geysir Strokkur war gut gelaunt und ist touristenfreundlich alle drei Minuten ausgebrochen. Besonders lustig fand ich die grosse blaue Blase, die er direkt vor dem Ausbruch macht. Um Strokkur herum plätschert Wasser durch die Gegend, das so heiss ist, dass es Warnschilder und Absperrungen braucht, und von einer kleinen Anhöhe aus hatten wir einen schönen Blick über die vulkanisch geprägte Landschaft.

Wir sind noch ein Stück weitergefahren und schauten uns diesmal kaltes Wasser an: Gullfoss, einen Wasserfall, der beeindruckende Wassermengen ins Tal stürzt.

Übernachtet wurde im Hotel Gullfoss (ruhige Lage, saubere Zimmer, leckeres Essen).

Montag – Þingvellir bis Reykholtdalur

Zu unserem Entzücken entdeckten wir auf dem Frühstückstisch Waffeleisen und -teig, und so wurden vergnügt Zimtwaffeln zum Frühstück gebacken, bevor es weiter ging zum Nationalpark Þingvellir. Auch heute hatten wir Glück und es regnete nur während der Busfahrt, so dass wir zwischen der amerikanischen und der europäischen Kontinentalplatte gemütlich ein paar Schritte laufen konnten.

Heute haben wir leider kein leckeres Mittagessen bekommen (das Essen an einer Tankstelle am Hvalfjörður ist der kulinarische Tiefpunkt der Tour), dafür kam danach die Sonne heraus und wir sind hinauf zum Wasserfall Glymur geklettert. Auf dem Weg dorthin haben wir Nonnen mit Schläppchenschuhen getroffen, sind durch eine Höhle gekrabbelt („wieso ist hier kein Licht an?“) und mussten uns per Baumstaum über einen Fluss hangeln, bis der Wasserfall in Sicht kam. Mangels Höhen- und Trittsicherheit habe ich allerdings auf dem halben Weg nach oben gestreikt. Zu viert haben wir an einer sonnigen Aussichtsstelle auf die anderen gewartet und zugeschaut, wie diese weit über uns auf Felsvorsprüngen in schwindelerregender Höhe rumgeklettert und -geturnt sind. Trotz eines kaputten Wanderschuhes, der für viel Gelächter sorgte, sind wir aber allesamt wieder heil am Bus angekommen. Die Rückfahrt zur Hauptstrasse hat sich ungeplant noch etwas verzögert: eine freche Horde Islandpferde hat uns umzingelt und für viel Begeisterung gesorgt.

Weiter ging es über eine der schönsten Strecken der Reise – wir sind im klappernden Bus übers Land gesaust (der isländische Fahrstil ist ja tendenziell auch eher schmerzfrei), und irgendwie sah es überall so aus, als würden sich Elfen hinter den Steinen verstecken.

Unser Isländer hat unterwegs noch erwähnt, dass hier überall schöne heisse Bäder seien, aber leider waren unsere Badesachen alle in den Koffern versteckt. Auch so kamen wir arg spät am Hotel an – für die anderen gab es noch Kaminfeuer und Fisch, ich hatte genug von allem und habe nur noch kurz der Sonne zugeschaut, bevor ich ins Bett gefallen bin.

Übernachtet wurde im Hótel Á (ruhige Lage mit toller Aussicht, saubere Zimmer, leckeres Essen).

Dienstag – Unterwegs auf Snæfellsnes

Morgens wurden wir von der Sonne geweckt, und haben uns fotografierenderweise noch im Pyjama auf der Terrasse getroffen. Die Aussicht über das Nirgendwo bis hin zum isländischen Hochland, über dem der Gletscher Langjökull eisig und geheimisvoll glitzert, ist aber auch einfach grandios. Neben uns haben lustige kleine Vögel mit dem Wind gespielt.

Als Extra gab es diesmal beim Frühstück Porridge, und so fuhren wir gut gestärkt weiter. Nach einem Zwischenstopp bei Hraunfossar (noch mehr Wasserfälle…) haben wir noch schnell eine Bäckerei in Borgarnes ausgeräumt und eine Bank gestürmt, dann endlich ging es hinaus auf die Halbinsel Snæfellsnes.

Dort habe ich mich als erstes in die Wiesen voller puscheligem Wollgras verliebt, das in der Sonne umhergeweht wird. Überhaupt, Island ist viel grüner, als wir es erwartet haben (viel mehr Flüsse, Bäche und Seen gibt es auch), und die Pflanzenwelt mochte ich sehr. Ein Stück weiter und eine Tüte Lakritzschokokugeln später sind wir durch die Lavalandschaft Berserkjahraun spaziert und haben die Gesteinsformationen, die unterschiedlichen Farben des Lavagesteins und das flauschige Moos bestaunt.

Weiter ging es entlang der Küste und zu den ersten Blicken auf den Vulkan Snæfellsjökull mit seinem Gletscher. Nach den isländischen Süssigkeiten hat unser Reiseleiter eine Tüte Trockenfisch ausgepackt – was zu leichten Unmut seitens der Teilnehmer und vielen gerümpften Nasen geführt hat. Die Probierfreude war diesmal nicht so arg gross…

Im Snæfellsjökull Nationalpark sind wir durch ein Lavafeld Richtung Küste gewandert. Der Weg war allerdings so steinig, dass wir erst an der Bucht Djúpalónssandur ankamen, als die Weiterfahrt ins Hotel eilig wurde. Schade, hier hätten wir gerne noch ein wenig umhergeschaut, die schwarzen Steine befühlt und nach Resten gestrandeter Schiffe gesucht.

Dafür liegt unser Hotel direkt am Meer, wohooo!

Übernachtet wurde im Hotel Hellnar (ruhige Lage mit atemberaubender Aussicht, saubere Zimmer, leckeres Essen).

Mittwoch – Snæfellsnes und zurück

Strahlender Sonnenschein hat uns Frühaufsteher aus dem Haus und auf einen kleinen Spaziergang gelockt – es ist unglaublich schön dort am Meer, am liebsten wären wir länger geblieben. Nach einem auch hier sehr leckeren Frühstück sind wir aber doch ein kleines Stück zum kleinen Hafenort Arnarstapi weitergefahren. Dort wurden gerade die frisch gefangen Makrelen verarbeitet, Eis und Blut spritzten dramatisch durch die Gegend (naja, ein bisschen jedenfalls) und Möwen kreisten über den Klippen.

Wir sind entlang der Küste (laut unserem Isländer die schönste Küste Islands) zurück Richtung Hotel gewandert, haben den vielen Vögeln zugeschaut und nach Walen Ausschau gehalten.

Nach einem kleinen Zwischenstop in einem Café ging es weiter nach Búðir, dort sind wir zu einer sandigen Bucht spaziert. In dieser stand ich winddicht verpackt mit den Füßen im eisigen Nordatlantik, habe Schokokekse gefuttert und die Aussicht bewundert – noch so ein schöner Moment in Island.

Auf dem Rückweg nach Reykjavík haben wir noch bei den Basaltklippen von Gerðuberg gehalten. Die einen sind raufgeklettert, die anderen haben sich vor dem Wind schnell wieder zurück in den Bus geflüchtet. Nur ich fand den Wind herrlich (Stärke 10 bis 12!), habe mich mitten auf den Weg gestellt und ausprobiert, ob man davon vielleicht einfach so abheben kann.

Danach ging es auch schon zurück nach Reykjavík, und nach einem letzten, gemeinsamen Essen im Scandinavian trennten sich unsere Wege wieder. Am nächsten Morgen gab vom Flugzeug aus noch einen schönen, letzten Blick auf die Umgebung von Reykjavík, dann war das Abenteuer Island auch schon vorbei.

Sonst so

Gefahren mit: Schulz Sportreisen: Reykjavík-Marathon (Langvariante ‚Nicht nur Marathon‘)

Papier-Reiseführer: Klaus Werner: CityTrip Reykjavík
Vorbereitet mit: Herbert Steffny: Optimales Lauftraining

Nicht fahren ohne: Ohropax, Schlafmaske, wanderfreundliche Softshelljacke und -hose, Halstuch, Ohrenbedeckung, wasserdichte Trekkingschuhe, Regenüberjacke und -hose, kurz- und langärmelige Shirts und Hose (dünn und wärmend), Sonnenschutz.

Verpasst: Papageientaucher, Polarlicht, Eisberge. Ich muss da wohl noch mal hin…

Augenblicke in Bad Hersfeld

Auch in diesem Jahr war wieder ein Treffen von de.rec.fotografie, zum zweiten Mal in der Jugendbildungsstätte Frauenberg in Bad Hersfeld. Um eventueller Langeweile vorzubeugen und zu neuen Blicken auf die Stadt einzuladen, gab es einen Fotowettbewerb. Zu jedem der folgenden Themen sollte je ein Bild abgegeben werden:

1) Stein auf Stein
2) Aus der Reihe tanzen
3) Baumliebe
4) Licht im Dunkeln
5) Feelin’ groovy
6) Farbenspiele
7) Aber bitte mit Sahne

Mit meinen Bildern war und bin ich gar nicht zufrieden, aber ich zeige sie Euch trotzdem:

Entstanden sind die Bilder am Freitag Vormittag, vor allem im Bad Hersfelder Kurpark, den ich sehr mag. Gemacht habe ich die Bilder mit der S5. Nachbearbeitet ist nichts ausser ein bisschen geraderücken, Flecken wegstempeln und Kontrast aufhübschen. Wie immer ohne Blitz, und es waren auch keinen weiteren Hilfsmittel wie Reflektoren dabei. Die Gummibärchen sind allerdings gestellt :).

Und was ist darauf jeweils zu sehen?

1) Kunscht aus dem Bad Hersfelder Kurpark. Ich mochte die eingesperrten Steine mit dem Gras davor.

2) Tanzende Gummibärchen. Halt so :)

3) Einer der schönen Bäume aus dem Bad Hersfelder Kurpark (erwähnte ich schon, dass ich den sehr mag?), der unter besonderem Schutz steht.

4) Ein Licht aus der Stadtkirche von Bad Hersfeld. Sollte so ein bisschen mit dem Thema spielen – Kirche als Rettung aus dunklen Stunden, Erleuchtung, etcpp.

5) Ein Verzweiflungsbild. Ich fand das Thema sooo toll. Aber dann war es heiss und keine Zeit mehr und wie es dann so manchmal so geht. Also wurden es diese lustigen grünen Gesellen von einem Klettergerüst auf dem Spielplatz vom Bad Hersfelder Kurpark.

6) Auch hier: nicht so, wie ich es mir vorgestellt habe, ich wollte eigentlich Farben, wild und bunt, Konfetti. Immerhin schön grün und lila, und ich mag diese lustigen Lauchgewächse sehr. Die wuchsen in Bad Hersfeld irgendwie überall.

7) Mein Lieblingscafé in Bad Hersfeld ist das Landlust. Dort hing dieses Schild so schön malerisch an der Hauswand, dass ich natürlich nicht widerstehen konnte.

Die Fotos des Wettbewerbes wurden dann im Keller des Hauses ausgestellt, das sah dann so aus:

Als Bonus bekommt Ihr noch die Bilder zu sehen, die ich an den beiden Tagen vor dem Treffen in Bad Hersfeld mit dem iPhone gemacht und getwittert habe – die gefallen mir nämlich viel besser.

Marktjahr

Schon lange bewundere ich die vielen schönen Gemüsekisten bei anderen Bloggern – vor allem die Markteinkäufe von Coconut & Vanilla, die Ökisten von Frische Brise und die Gemüsekisten von Jademond haben es mir sehr angetan. Irgendwann hat mich dann auch gepackt und ich bin bei uns auf den Wochenmarkt gestapft. Und wenn man damit erstmal anfängt, dann kann man nicht mehr aufhören, soviel mehr Spass und Genuss ist das Einkaufen von Obst und Gemüse dort. Vieles habe ich entdeckt, von dem ich mit früher nicht hätte vorstellen können, es zu mögen, ich habe meine Lieblingsstände gefunden, bin süchtig nach Rubinette-Äpfeln und dem Sonntagsfrühstück-Butterzopf vom Bauernhof im Jura über uns, freue mich auf die Saisonwechsel und schleppe jedesmal Korb und Tasche voller Beute nach Hause.

Weil mir die Bilder bei anderen immer so gefallen habe (und als Erinnerungseinkaufsliste), habe ich meine Einkäufe dann jeweils auch mit dem iPhone fotografiert und getwittert. Einen Jahresverlauf davon könnt Ihr hier jetzt sehen: